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Die Jack-Ryan-Serie

Gnadenlos
Die Stunde der Patrioten
Jagd auf Roter Oktober
Der Kardinal im Kreml
Der Schattenkrieg
Das Echo aller Furcht
Die Ehrenschuld
Befehl von oben
Operation Rainbow
Im Zeichen des Drachen
Im Sturm

John Patrick Ryan ist in den ersten Büchern der Serie noch ein kleiner CIA-Analytiker, doch können wir mit seinen außergewöhnlichen Erlebnissen auch seinen Aufstieg zu einem der mächtigsten Männer der Welt erleben. In der richtigen Reihenfolge gelesen, erhalten wir mit den Büchern einen durchgehenden Handlungsstrang, der aus der Zeit des Kalten Krieges bis in die nahe Zukunft führt. Nebenbei erfahren wir eine Menge über diplomatisches Gerangel hinter den Kulissen, machen Bekanntschaft mit den verschiedensten Charakteren, die uns oft über mehrere Bücher begleiten. Und natürlich kommt auch die Beschreibung militärischer Strategien und militärischer Technik nicht zu kurz.

 

Gnadenlos

John Kelly wird vom Schicksal übel mitgespielt: Der Trauer um den Tod seiner Frau entkommt er mit Hilfe eines jungen Mädchens, in das er sich nach kurzer Zeit verliebt. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer. Pamela wird von ihren früheren Zuhältern brutal ermordet. John ist verzweifelt und startet seinen privaten Rachefeldzug. Nebenbei ist er an einem CIA-Einsatz in Vietnam beteiligt, der zunächst auch schiefzugehen scheint. Als Emmet Ryan, Ermittler bei der Polizei (und Jack Ryans Vater), Kellys "Vergehen" aufdeckt, gibt Admiral Greer Kelly die Möglichkeit, unterzutauchen. Er wechselt seine Identität und wird zu - John Clark.
Der Roman hinterließ bei mir einen faden Beigeschmack. Viele Schilderungen sind ungewöhnlich brutal - meiner Meinung nach zu brutal. Auch die Handlung wirkt an einigen Stellen etwas konstruiert. Ansonsten ein typischer Clancy: gut recherchiert und spannend bis zum Ende. Mit diesem Werk bekommt der "mystische" John Clark "seinen" Hintergrund. Und den sollte ein Clancy-Fan kennen!
Übrigens: Auch Jack Ryan hat in diesem Buch einen, wenn auch sehr kurzen, Auftritt.

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Die Stunde der Patrioten

Zufällig in London, verhindert Jack Ryan ein Attentat auf den englischen Thronfolger, den Prinzen von Wales. Der Attentäter wird verurteilt, kann jedoch von seinen Freunden befreit werden. Fortan hat er nur ein Ziel: Rache an Ryan und seiner Familie. Cathy Ryan und die kleine Sarah überleben jedoch den ersten Anschlag. Die Angst um seine Familie treibt Ryan in die Arme der CIA, wo er herauszubekommen versucht, was Sean Miller, sein Widersacher, als nächstes plant. Wird Ryan das gelingen? Wird er Frau und Kind beschützen können?
Der Feind ist diesmal kein Staat, sondern eine überschaubare Gruppe - Terroristen. Es geht deshalb im Buch nicht so sehr um die große weite Welt, sondern eigentlich nur um Jack. Er hat hier einen persönlichen Gegner. Sean Miller ist ihm meist einen Schritt voraus, und es bleibt bis zum Finale, in dem auch der Prince of Wales eine Rolle spielt, spannend. Nebenbei lernen wir zentrale Figuren der Jack-Ryan-Serie erstmals kennen, wie zum Beispiel die FBI-Agenten Dan Murray und Bill Shaw. Schon weil das Buch durch die Verfilmung mit Harrison Ford zu den bekannteren Clancy-Werken gehört, ist es für wahre Fans ein Muss.

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Jagd auf Roter Oktober

Eigentlich DAS Tom-Clancy-Werk schlechthin, den meisten durch eine sehr gute Verfilmung bekannt. Für mich war es die erste Bekanntschaft mit Tom Clancy.
Jack Ryan (im Film: Alec Baldwin), der allgegenwärtige Hauptheld, hier allerdings noch ein kleiner CIA-Beamter, hat eine eigenwillige Theorie zu den jüngsten Flottenbewegungen der Russen: Ein russischer U-Boot-Kapitän namens Ramius (im Film: Sean Connery) will mitsamt dem Boot überlaufen. Natürlich setzen die Russen ihre ganze Flotte in Bewegung, um das zu verhindern, und die Welt wandelt am Rande eines Weltkrieges. Die U.S.Navy steht vor einer schwierigen Entscheidung: Hat Ramius durchgedreht und plant, seine Raketen abzuschießen, wie die Russen versichern (und damit ihre Jagd auf das Boot rechtfertigen)? Oder will er wirklich überlaufen? Wird Ryan seine Theorie beweisen können?
Na - dreimal darf man raten...

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Der Kardinal im Kreml

Der sich durch alle Bücher ziehende Handlungsstrang taucht nach den großen Militärmanövern im vorangegangenen Buch diesmal ein in die kleinere Welt der Geheimdienste, jedoch mit nicht weniger das Weltgeschehen beeinflussender Handlung. Über einen Topspion in höchsten russischen Kreisen, Deckname Kardinal, erfährt Amerika von russischen Projekten zur Abwehr von Interkontinentalraketen mit Hilfe eines gigantischen Laserstrahls - dem Projekt "Großer Stern". Die Amerikaner arbeiten, natürlich geheim, an ähnlichen Anlagen.
Interessant ist die sehr verschlungene Weitergabe der Informationen vom Kardinal an seine Führungsoffizierin, Mary Pat Foley (die in späteren Büchern zu einer immer zentraleren Romangestalt wird) beschrieben. Aber die Russen ahnen, daß es undichte Stellen gibt. Werden sie den Kardinal enttarnen können? Wird der KGB-Vorsitzende innenpolitisch Kapital daraus schlagen können, um selbst die Macht zu ergreifen? Oder hat Jack Ryan auch diesmal wieder einen Trumpf im Ärmel?
In diesem Buch machen wir auf russischer Seite erstmals die Bekanntschaft mit Oberst Bondarenko. Von ihm werden wir noch hören...

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Der Schattenkrieg / Das Kartell

Auch dieser Roman ist mit Harrison Ford in der Hauptrolle verfilmt worden. Diesmal muß Ryan tief im Schlamm der Korruption wühlen (Hey, Mr. Clancy, gibt es etwa auch böse Amerikaner??). Am Kongreß vorbei werden paramilitärische Einsätze gegen Drogenbarone in Kolumbien durchgeführt. Durch langwierige und aufwendige Recherchen kommt Ryan natürlich dahinter, und wie es sich für einen aufrechten Amerikaner gehört, macht er die Sache publik. Davor gibt es aber noch ein kleines Problem: Was machen wir mit den amerikanischen Soldaten, die da irgendwo ohne Unterstützung im kolumbianischen Dschungel hocken?...
Einen schönen Gegenpol zu Ryan stellt Cortez, der Berater des Drogenbarons Escobar, dar. Irgendwie übt er auf mich eine ziemliche Faszination aus. Ein Bösewicht, der nicht durch irgendwelche Ideologien verblendet ist. Einfach ein eiskalter, stets berechnender Charmeur...

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Das Echo aller Furcht

Diesmal kommt es knüppeldick für Ryan. Inzwischen stellvertretender CIA-Direktor, wird er von Neidern beim Präsidenten immer mehr in Mißgunst gebracht. Eine echte politische Demontage bahnt sich an, selbst sein Privatleben wird verfälscht und verzerrt. Ryan hat mehr als genug damit zu tun, sich selbst zu verteidigen. Und dabei würde man seine (wie immer richtigen) Analysen doch so dringend brauchen, denn auf der Weltbühne ziehen dunkle Wolken auf: Da basteln zwei fanatische Araber an einer Atombombe, die sie "im Herz des Feindes" hochgehen lassen wollen. Da ist ein Präsident, dessen sicherheitspolitische Beraterin gleichzeitig seine Liebhaberin ist. Wird dieses Gespann im Falle des Falles richtig reagieren? Besonnen genug? Oder kommt es zum Schlimmsten, einem Atomkrieg?
Wird es letztendlich doch wieder an Ryan liegen, die Welt zu retten?...
Für mich einer der besten Clancy-Romane überhaupt. Eine tiefsinnige Handlung, die die Spannung bis (fast) zur letzten Seite aufrechterhält. Absolut lesenswert!
Clancy scheint ziemlich genau recherchiert zu haben. Ein Atom-Ingenieur der früheren DDR wohnt tatsächlich in Greifswald, dem Standort eines Atomkraftwerkes. Nur die beschriebene Fahrt von Berlin über Chemnitz nach Greifswald ist mir, geografisch gesehen, etwas rätselhaft ;-).
Auf einer der letzten Seiten fällt erstmals der Name des iranischen Mullahs Daryaei. Wir sollten auch ihn im Auge behalten...

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Die Ehrenschuld

Wir haben es doch immer geahnt: Daß die japanische Wirtschaft konkurrenzfähig ist, liegt nur an einer Quersubventionierung durch Uncle Sam. Was wir nicht wußten: Für den Fall des Falles haben die Japaner eine backdoor in die Hauptabrechnungssoftware der Wall Street eingebaut. Und als die Amerikaner ernst machen mit einem gleichberechtigten Handel, da sieht Japan seine Felle davonschwimmen und es kommt zu einem Krieg ohne Kriegserklärung. Saipan, eine kleine amerikanische Inselgruppe im Pazifik, wird besetzt. Eine schwierige Aufgabe für Ryan, mittlerweile Sicherheitsberater des Präsidenten. Wie Saipan zurückbekommen? Vor allem: Womit? Bei der zusammengestrichenen Flotte! Was wird mit den aufmüpfigen Indern? Und über allem schweben drohend wie ein Damoklesschwert 20 Raketen mit nuklearen Sprengköpfen, irgendwo in Japan versteckt...
Nach 3 Büchern mit "nur" kleineren Auseinandersetzungen kommt es endlich wieder zu einem richtigen Konflikt. Beim Entwickeln von Strategien ist Clancy einfach unschlagbar. Und so schafft es auch eine zusammengesparte amerikanische Armee, fernab der Heimat und gegen überlegene japanische Radarkapazitäten, die Ideale der freien Welt durchzusetzen.
Nachdem die ersten Bücher in erster Linie politisch angehaucht waren, denkt Clancy ab der "Ehrenschuld" deutlich globaler, und die Ursachen "seiner" Konflikte liegen meist in wirtschaftlichen Interessen.
Erstmalig arbeiten in diesem Buch Amerikaner und Russen zusammen, wenn auch noch sehr vorsichtig.
Enttäuscht war ich vom Schluß. Auf einmal geht ein Riß durch die Story, und innerhalb von 100 Seiten steigt Ryan vom Sicherheitsberater zum ... auf. Grad so, als solle auf Teufel komm raus die Grundlage für das nächste Buch geschaffen werden. Schade.
Noch ein Hinweis zum Schluß: Trau niemals CNN! ;-)...

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Befehl von oben

Jack Ryan, der neue Präsident der Vereinigten Staaten, muß wiedermal an vielen Fronten gleichzeitig kämpfen: Seine innenpolitischen Gegner versuchen, ihn zu demontieren, und außenpolitisch brennt es an mehreren Ecken. China zofft sich mit Taiwan, Indien pokert mit verdeckten Karten. Die größte Gefahr geht jedoch von Daryaei aus: Die Vision einer islamischen Großmacht vor Augen, lähmt er Amerika durch einen Bio-Angriff mit Ebola-Viren. Schwierige Entscheidungen für Ryan. Der Bio-Angriff verlangt unpopuläre Maßnahmen, die von den innenpolitischen Gegnern ausgeschlachtet werden können. Und wie kann Daryaeis schon losrollende Militärmaschine aufgehalten werden?...
Das Buch knüpft nahtlos an das vorangegangene an. Der Biowaffen-Angriff hat mir kalte Schauer über den Rücken gejagt. Ist wohl nicht so mein Fall.
Clancy schafft es diesmal wieder, die Spannung immer weiter zu steigern, bis es zu einem grandiosen Finale in der arabischen Wüste kommt. Wirklich schade, daß die amerikanische Selbstherrlichkeit immer stärker hervortritt. Ein Beispiel? Da wird eine saudische Panzertruppe von Daryaeis Armee vollkommen aufgerieben, bis endlich die Amerikaner kommen. Die schaffen es dann, einen  ...zigfach stärkeren Gegner nicht nur aufzuhalten, sondern größtenteils zu vernichten. Hurra!
Interessant auch die Interessen der "beteiligten" Länder. Ein China, das sich größtenteils raushält, aber doch Unruhe stiftet. Ein Indien, das, klar antiamerikanisch, im entscheidenden Moment den Schwanz einzieht.
Ein sehr gutes Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat...

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Operation Rainbow

Eine multinationale Eingreiftruppe zur Terrorismusbekämpfung - wie geschaffen für John Clark und Domingo Chavez. Und natürlich bekommen sie jede Menge zu tun. Die Anschläge häufen sich, schließlich wird "Rainbow" selbst das Ziel. Was steckt dahinter? Wo ist der Feind zu suchen? Immer deutlicher wird, daß die Olympischen Spiele 2000 in Sydney die Entscheidung bringen werden...
Kurz und gut: Ich fand es nicht so toll. Mir fehlt die große Politik. Irgendwie wirkt die Handlung arg zusammengestrickt. Da fehlt die Logik. Die Zusammenhänge kommen mir doch sehr konstruiert vor. Und es bleibt der fade Beigeschmack, daß nur ein paar Zufälle die ganze (sorry, fast die ganze) Menschheit vor der Ausrottung bewahrt haben.
Sehr auffällig auch: Clancy schreckt deutlich vor Tabus zurück. Das einzige Kind, welches von Terroristen getötet wird, hatte nur noch einige Monate zu leben. Das ist zwar edel, aber unrealistisch. Es wär besser gewesen, Clancy hätte die entsprechende Passage ganz rausgelassen. Aber man braucht ja einen Grund, die Terroristen abzuknallen.
Positiv ragt die Charakterisierung Popovs heraus: Ein umtriebiger, aber äußerst gewiefter Taktiker. Fast skrupellos, aber faszinierend...

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Im Zeichen des Drachen

Clancy scheint inzwischen ganz versessen auf freien Handel zu sein. Diesmal wird er gegenüber China durchgedrückt. Die Chinesen, natürlich wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig, stehen plötzlich kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Begierig schielen sie auf die in Sibirien neu entdeckten Gold- und Ölvorkommen. Immer weiter entfernen sie sich von der Realität, bringen die ganze Welt gegen sich auf. Werden sie in Sibirien einfallen? Können die Amerikaner (mit Präsident Ryan) etwas dagegen tun? Immerhin hat auch China Atomraketen als Trumpf in der Hand...
Na endlich! Der russische General Bondarenko (wir erinnern uns?), dessen Truppen natürlich sauschlecht ausgerüstet sind, bekommt amerikanische Unterstützung. Und nur so hat er eine Chance, die Chinesen zurückzuschlagen. Logo, daß die Amerikaner die Hauptarbeit erledigen. Wir erinnern uns an die Punkte 1 und 2. Nicht vergessen: Ein paar amerikanische Wunderwaffen reichen aus, um fast die komplette chinesische Armee kampfunfähig zu machen.
Auffällig: In der Zentrale der Macht, im Weißen Haus, geht es deutlich lockerer zu als in vorangegangenen Büchern. Da wird auch mal der eine oder andere zotige Witz losgelassen - find ich gut.
Interessant auch die immer wiederkehrende Grundstory: Über ¾ des Buches baut sich die Spannung auf, bis es im letzten Viertel dann zum bewaffneten Konflikt kommt. Das erinnert stark an "Befehl von oben".
Im Konstruieren der Story beweist Clancy nach der "Rainbow"-Enttäuschung, daß er´s noch kann. Spannung bis zur letzten Seite. Negativ fällt leider wiedermal die Schwarz-Weiß-Malerei auf...

Wie wird es weitergehen? Die großen Gegner sind alle besiegt oder zu Freunden geworden. Da wäre noch Indien, was quertreiben könnte. Oder was Südamerikanisches? Oder werden gar die Deutschen die Bösen? (Immerhin sind sie im letzten Buch nicht so gut weggekommen...). Man darf gespannt sein...

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Losgelöst von der Jack-Ryan-Reihe kann ich noch folgendes Buch wärmstens empfehlen:

 

Im Sturm

Nachdem in Rußland eine Ölraffinerie abgefackelt ist und sich damit große wirtschaftliche Probleme ankündigen, sieht das Politbüro nur noch eine Lösung: Den persischen Golf einverleiben. Davor muß natürlich Westeuropa "ruhiggestellt" werden. Und so bereitet man in aller Stille den dritten Weltkrieg vor. Ist er noch zu verhindern? Werden die Amerikaner ihren europäischen Verbündeten zu Hilfe kommen? Werden sie die übermächtige Panzerarmee aufhalten können?
Ein erschreckend realistisches Was-wäre-wenn-Szenario. Wie hätte dieser (konventionelle) Krieg ausgesehen? Wären die Amerikaner in der Lage gewesen, genügend Nachschub für die überlasteten Truppen über den Atlantik zu schaffen? Oder hätten es die Russen unterbinden können?
Clancy versteht es sehr gut, verschiedene Einzelschicksale zu einer großen Gesamtstory zu verarbeiten. Und vom Überlebenskampf des einzelnen Soldaten bis hin zur großen Gesamtstrategie ist alles dabei. Und da ein Großteil der Story auf deutschem Boden spielt, vor allem für uns Deutsche interessant - denn wir wären die wahren Verlierer bei diesem Krieg gewesen...

 

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20.01.2003